Felsen

Newsletter Nr. 1/15

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Kurt Wyss

Präsident Forum VERA Regionalgruppe AG/SO

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Vorwort

Aargauer Besonnenheit ruft nach optimaler Kommunikation

Der «Reduktions-Entscheid» weckt den Aargau. Die Wahrscheinlichkeit eines Tiefenlagers ist gegeben. Den 8. März 2015 verbrachte ich im Rahmen des «Treffpunkt Tiefenlager» auf dem Bözberg am Stand des Forum VERA. Auch bei Kritik haben mich der insgesamt sachliche Tonfall und der Informationsbedarf beeindruckt. Die Anliegen sind klar: Beide Regionen sind mit Untersuchungen gleichwertig zu behandeln, damit Äpfel mit Äpfeln vergleichbar werden.

Die Kommunikation im Einzugsgebiet ist über die Partizipation und Info-Anlässe auszuweiten mit Einbezug von beispielsweise Parteien, Organisationen oder Gewerbe- und Wirtschaftsverbänden. Unsere Regionalgruppe leistet dazu ihren Teil mit kritisch-konstruktiver Begleitung in einem Verfahren ohne taktische Verzögerungen. Die Sicherheit muss einziges Kriterium für den späteren Entscheid bleiben.

Kurt Wyss

Präsident Forum VERA Regionalgruppe AG/SO

April 2015

 

Aktuelle Situation

Auszug aus der Medienmitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) vom 30. Januar 2015:

Nagra will Jura Ost und Zürich Nordost als Standortgebiete für geologische Tiefenlager vertieft untersuchen

Jura Ost und Zürich Nordost sind die Standortgebiete, welche die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) für die voraussichtlich 2017 beginnende dritte Etappe der Standortsuche für geologische Tiefenlager zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle vertieft untersuchen will. Beide Standortgebiete eignen sich sowohl für ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle als auch für ein Lager für hochradioaktive Abfälle oder für ein Kombi-Lager. Die technischen Berichte und Analysen, mit denen die Nagra ihre Vorschläge begründet, werden nun von den Bundesbehörden überprüft und den Standortkantonen und -regionen zur Stellungnahme unterbreitet. Die entsprechenden Gutachten, Stellungnahmen sowie sämtliche Unterlagen werden 2016 in eine öffentliche Anhörung geschickt. Voraussichtlich Mitte 2017 wird der Bundesrat auf Grundlage aller Ergebnisse entscheiden, ob er den von der Nagra vorgeschlagenen Standortgebieten zustimmt.

Nagra-Vorschlag anhand sicherheitstechnischer Gesamtbewertung

Die Nagra kommt in ihren Berichten und Analysen – die gesamte Dokumentation der Nagra umfasst drei zentrale Berichte mit rund 1‘700 Seiten sowie rund 15‘000 Seiten Referenzberichte – zum Schluss, dass alle sechs Standortgebiete die im Sachplan definierten hohen geologischen undsicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. Die Standortgebiete  Jura Ost und Zürich Nordost weisen jedoch günstigere Bedingungen auf als die vier anderen Standortgebiete Jura-Südfuss, Nördlich Lägern, Südranden und Wellenberg. Sie schlägt deshalb diese beiden Gebiete für vertiefte Untersuchungen in Etappe 3 vor.

Weiteres Vorgehen

Die Berichte und Analysen der Nagra werden in den kommenden Monaten vom ENSI und der Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) sowie von weiteren Bundes- und Kantonsstellen überprüft. Basierend auf der behördlichen Überprüfung sowie der Stellungnahmen des Ausschusses der Kantone und der Standortregionen nimmt das BFE danach eine Gesamtbeurteilung der Vorschläge vor (Ergebnisbericht). 2016 werden sämtliche Berichte, Gutachten und Stellungnahmen in eine dreimonatige öffentliche Anhörung geschickt. Der Bundesrat wird unter Kenntnis aller relevanten Fakten voraussichtlich Mitte 2017 über die Standortvorschläge der Nagra entscheiden.

Vertiefte erdwissenschaftliche Untersuchungen

In den vorgeschlagenen Standortgebieten Jura Ost und Zürich Nordost wird die Nagra vertiefte geologische Untersuchungen durchführen. Eine 3D-Seismikkampagne wird in diesem Herbst starten. Ausserdem wird die Nagra in den kommenden Monaten Gesuche für mehrere Sondierbohrungen pro Standortgebiet einreichen. Letztere werden in Etappe 3 ausgeführt, sofern der Bundesrat den Standortvorschlägen zustimmt.

Sondermülldeponie Kölliken (SMDK)

Funktion

Im Herbst 2007 hat der Rückbau begonnen. Insgesamt müssen 628‘000 Tonnen Material (Abfälle, Fels und Oberflächenabdeckung) rückgebaut, beprobt und entsorgt werden.

Die Sanierung soll Mitte 2016 abgeschlossen sein. Danach wird die leere Grube mit sauberem Material verfüllt, die Hallen zurückgebaut und das Gelände nach erbrachtem Sanierungsnachweis rekultiviert.

Im Infopavillon werden wir über die Geschichte der SMDK, die bisher getroffenen Sicherungs- und Sanierungsmassnahmen, den Bau der drei Hallen für die Gesamtsanierung sowie über den Rückbau der Deponie und Entsorgung informiert.

Einladung nächster Event

Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) – Rückbau in der Endphase

Am Mittwoch, 20. Mai um 18.00 Uhr, trifft sich die Regionalgruppe AG/SO des Forum VERA zu einem weiteren Event, diesmal in Kölliken. Mit der Besichtigung des Besucherzentrums und einem Rundgang durch die Anlage der Sondermülldeponie Kölliken steht uns eine spannende Reise in die Welt der Entsorgung bevor. Die SMDK ist in der Endphase des Rückbaus und bietet uns eine der letzten Gelegenheiten zu einer Besichtigung.

Unser Anlass startet um 18.00 Uhr und klingt mit einem gemütlichen Apéro um 20.15 Uhr aus. Bitte melden Sie sich unter info@forumvera.ch bis am 1. Mai 2015 an.

Die Forum VERA Regionalgruppe AG/SO freut sich auf gemeinsame, erlebnisreiche Momente mit Ihnen.

Marlène Koller

Vorsitzende Fachgruppe Sicherheit

Aufgaben der Fachgruppe Sicherheit

Gemäss dem Sachplan hat die Nagra in der zweiten Etappe alle Standort-gebiete geprüft und nun die Vorschläge für je zwei Standorte der beiden Kategorien für schwach- und mittelaktive Abfälle SMA und hochaktive Abfälle HHA gemacht. Diese fallen auf die beiden Gebiete Jura Ost und Zürich Nordost. Die Resultate wurden in allen sechs bisherigen Regionen an den Regionalkonferenzen erläutert.

Seitens BFE wurde der Fachgruppe Sicherheit der Auftrag erteilt, Stellung zur Nachvollziehbarkeit der Vorschläge der Nagra zu nehmen. Die Fachgruppen bestehen überwiegend aus Laien auf dem Gebiet der Geologie und Geotechnik. Was kann man also überprüfen? Beispielsweise, wie wurde der Lagerperimeter optimiert, oder sind für alle Regionen die gleichen seismischen Abklärungen Grundlage für die Entscheidung? Mit welchem Punktesystem wurden die Vergleiche gemacht, wie wurde gewichtet? Sind nur sicherheitsrelevante Faktoren berücksichtigt worden?

Diese und viele weitere Fragen werden nun in der Fachgruppe Sicherheit formuliert. Darauf erläutern Experten die Antworten, die Vorgehensweise, die Geologie usw., welche aus Sicht der Fachgruppe zu bewerten sind. Die Fachleute kommen von der Nagra, aber auch vom Ensi, dem BFE oder aus externen Organisationen. Diese Arbeiten werden nun rund ein halbes Jahr in Anspruch nehmen und fordern von den Mitgliedern viel Einsatzbereitschaft und Flexibilität, da sie sehr zeitintensiv sind. Die Stellungnahme wird der Regionalkonferenz präsentiert und muss von dieser im Rahmen der Gesamtstellungnahme zu Etappe 2 gegen Ende 2015 verabschiedet werden.

Marlène Koller

Vorsitzende Fachgruppe Sicherheit