Felsen

Newsletter Nr. 1/15

Logo

Gabriela Winkler

Fachgruppe Sicherheit

info@winklercom.ch

Zur├╝ckgestellt!

Die Nagra hat am 30. Januar der Öffentlichkeit ihre Vorschläge für die weiter zu untersuchenden Standorte zu Handen des Bundesrates vorgestellt. Die weiteren Arbeiten konzentrieren sich auf Jura Nordost und Zürich Nordost. Alle andern, so auch Nördlich Lägern, wurden zurückgestellt. Bis der Bundesrat mutmasslich 2017 aufgrund der Sicherheitsanalysen, welche nun das ENSI und die Kommission für Nukleare Sicherheit (KNS) vornehmen, entscheidet, ob er mit diesen Vorschlägen einverstanden ist, gehen die Arbeiten in allen Regionalkonferenzen weiter.

 

Was bedeutet « zurückgestellt » ?
Der Sachplan geologische Tiefenlager sieht vor, dass die Nagra dem Bundesrat in Etappe 2 mindestens zwei Standortgebiete für das SMA- beziehungsweise das HAA-Lager vorschlägt. Dafür hat die Nagra die Standortgebiete sicherheitstechnisch verglichen. Standortgebiete, die sich bei diesem Vergleich als eindeutig weniger geeignet erweisen, werden in Etappe 2 zurückgestellt und nicht weiter in Etappe 3 untersucht. Sie verbleiben aber als Reserveoptionen im Verfahren.

 

Wir bleiben dran!
Für das Forum VERA insgesamt aber auch für Nördlich Lägern bleibt das Thema der verantwortlichen Entsorgung radioaktiver Abfälle unverändert aktuell. Da Nördlich Lägern zwischen den vorgeschlagenen Standorten Jura Ost und Zürich Nordost liegt, bleibt das Thema auch regional von erhöhtem Interesse.

 

Warum nicht Nördlich Lägern?

Ende August 2014 kamen die Sicherheitsbehörden zum Schluss, dass ausreichende Kenntnisse aller Standorte vorliegen, um sie untereinander vergleichen zu können und zu entscheiden, welche künftig weiterbearbeitet werden sollen.

Grundsätzlich wäre ein Tiefenlager an allen Standorten sicher zu erstellen, zu betrieben und zu verschliessen. Ausgehend von der Analyse des Untergrundes mit Fokus auf der Langzeitsicherheit zeigte sich gemäss der Nagra, dass die Geologie in Nördlich Lägern klar identifizierbare Nachteile gegenüber den ausgewählten Standorten aufweist.

 

 

Bezogen auf die 13 Kriterien des Sachplanes resp. des ENSI galt es zu überprüfen, welche unter den grundsätzlich geeigneten Standorten klare Vorteile gegenüber andern aufweisen. Aufgrund der 2D - Seismik ergab sich, dass einerseits im westlichen Teil von Nördlich Lägern eine Störungszone verläuft, welche ein mögliches Baugebiet klar verkleinert. Andererseits verringert sich die Mächtigkeit des Opalinuston gegen Süden und liegt in grösserer Tiefe. Damit würde der Bau des Tiefenlagers selber bautechnisch eine grössere Herausforderung darstellen als in Zürich-Nordost bzw. in Jura Ost.

 

Nächste Veranstaltung: save the date
Vortrag Dr. Rüegg « Radioaktivität im und aus dem Tiefenlager »
11. Juni 2015 ab 18.00 im Hotel Restaurant Zum Goldenen Kopf in Bülach.

 

Wie geht es weiter?

Vorläufig ändert sich für Nördlich Lägern und die anderen, zurück gestellten Standorte noch nichts. Die Vorschläge der Nagra werden in den Regionalkonferenzen auf ihre Nachvollziehbarkeit überprüft. Zudem befasst sich ein Ausschuss aller Fachgruppen „Oberflächenanlagen» und «Sicherheit» mit den Schachtkopfanlagen. Unabhängig davon, ob ein Tiefenlager mit einem Schacht oder einer Rampe erschlossen werden, werden  u. a. für den Transport von Personen- und Materialströmen (radioaktive Abfälle, Ausbruchs-, Bau- und Betriebsmaterial) sowie zur Bewetterung Schächte  abgeteuft werden. Diese Schächte  würden auch eine wichtige Rolle als Zugangs- und Rettungswege im Ereignisfall spielen. Der Kopf dieser Anlagen ist zwar kleiner als die Oberflächenanlage. Sie stellt jedoch auch ein Bauwerk dar, das raumplanerische Auswirkungen hat

 

Die Nagra muss zu diesen Anlagen einen analogen Bericht zu den Oberflächenanlagen erstellen. Die Anforderungen an dessen Inhalt wird in den nächsten Monaten unter Einbezug der Regionalkonferenzen von den federführenden Bundesbehörden erarbeitet.

Die Fachgruppen Sicherheit werden sich mit den sicherheitstechnischen Berichten der Nagra zu den Vorschlägen für die Etappe 3 befassen.