Felsen

Newsletter 2/2016

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Christian Heydecker

heydecker@heydecker-tektas.ch

Ein weiterer Meilenstein erreicht

Die Regionalkonferenz ZNO hat ihren Schlussbericht zur zweiten Etappe des Sachplanverfahrens abgegeben. Damit haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht und dürfen feststellen: Wir sind weiterhin auf Kurs, um den besten, sprich: sichersten Standort für ein Tiefenlager zur Entsorgung unserer radioaktiven Abfälle zu finden. 

Ist damit alles im grünen Bereich? Nicht ganz. Es gibt immer noch Kräfte, welche die Regionalkonferenz zu missbrauchen versuchen. Sie versuchen, über die Regionalkonferenz den sorgfältig aufgesetzten Prozess zu torpedieren. Klar, ausführlich und umfassend diskutieren ist in Ordnung, verzögern und Obstruktion betreiben geht aber gar nicht. Kritisch und detailliert zu fragen ist in Ordnung, die Rolle von Experten einnehmen zu wollen, geht aber gar nicht. Die Mitglieder von Forum VERA in der Regionalkonferenz sind daher gefordert, das Sachplanverfahren auch in der Etappe 3 wachsam, sachlich und verantwortungsbewusst zu begleiten.

Matthias Knill

matthias.knill@konsulenten.ch

 

 

Die Rollen finden

Das Sachplanverfahren funktioniert. In den vergangenen Jahren wurden wesentliche Fortschritte auf dem Weg einer sicheren Entsorgung der radioaktiven Abfälle gemacht. Gut so, denn es gibt gute Gründe, das Thema Entsorgung nicht auf die lange Bank zu schieben.

In den Gremien der Regionalkonferenzen wurden die notwendigen Kompetenzen aufgebaut. Heute besteht auch ein breit abgestützter Konsens bezüglich dem Primat der Sicherheit. Es ist gelungen, auch dank der Einbindung aller wesentlichen Akteure und einer grossen Vertretung von entsorgungskritischen Organisationen einen zielführenden Dialog zu starten. Grundsätzliche Verweigerung ist fast vollständig verschwunden und in eine kritisch-konstruktiven Mitarbeit übergegangen. Auch dies ist ein bemerkenswerter Fortschritt.

 

Die Regionalkonferenz vertritt die Interessen der Region. So war es im Sachplanverfahren zumindest angedacht. Diese wichtige Aufgabe ist heute aber gefährdet. Es kann beispielsweise nicht die Aufgabe einer Regionalkonferenz sein, die Rolle der Aufsichtsbehörde zu übernehmen. Stellungnahmen und Berichte der Regionalkonferenz müssen stufengerecht sein. Sonst gehen Gräben zwischen der Regionalkonferenz und der Bevölkerung auf. Diese Tendenz gilt es kritisch zu hinterfragen.

 

Mit der Etappe 3 wird es konkret. Neue Themen wie die genaue Ausgestaltung einer Anlage oder Form und Höhe der Kompensationen werden angegangen. Notwendig ist dann auch eine Diskussion über die Verantwortung und Rollen der direkt betroffenen Standortgemeinden. Die Regionalkonferenz wird weiterhin eine wichtige Rolle übernehmen müssen. Die Fragen bezüglich der sozioökonomischen Auswirkungen betreffen nicht nur die Standortgemeinden, welche direkt vom Bauprojekt betroffen sind. Insbesondere Behörden, welche von Infrastrukturprojekten betroffen sind, müssen sich jedoch stärker im Verfahren einbringen. Es wird in Zukunft nicht genügen, als Gemeinde einfach Teil der Regionalkonferenz zu sein.

 

Noch vor Beginn der Etappe 3 sollte ein klares Verständnis bestehen, wer für was in der Zukunft zuständig ist. Dazu braucht es ein klares Rollenverständnis. Es ist auch Aufgabe der leitenden Bundesbehörde, dies angemessen zu steuern.

Fritz Krebs

krebslandolt@bluewin.ch

 

 

Einblick in das Technisches Forum Sicherheit ( TFS)

Um die Öffentlichkeit miteinzubeziehen wurde im Rahmen der Standortsuche für ein geologisches Tiefenlager durch das Bundesamt für Energie (BFE) im Jahr 2009 das Technische Forum Sicherheit (TFS) eingesetzt. Mit der Leitung,  Führung und Information der Öffentlichkeit  dieses Forums wurde das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) beauftragt. Der Zweck/Aufgabe des TFS ist es, technische und wissenschaftliche Fragen zu Sicherheit und Geologie aus der Bevölkerung, von Gemeinden, Standortregionen, Organisationen, Kantonen und betroffenen Nachbarstaaten fachlich/wissenschaftlich zu diskutieren und zu beantworten.

 

Breit abgestütztes Gremium

Das Forum besteht aus Fachpersonen des BFE, ENSI, swisstopo (verantwortliche Stelle für das Felslabor  Mont Terri), von den Fach- Kommissionen KNS (Kommission nukleare Sicherheit) und KNE (Kommission nukleare Entsorgung), der Nagra , der Kantone und  Vertreter der Standortregionen. Je nach Fragenumfang bzw.  Fachthema in der Frage, werden entsprechende Experten und weitere Kommissionen zu gezogen.

 

Wichtige Informationsplattform

Die gestellten Fragen werden einer /mehreren Fachorganisationen zur Beantwortung zugeteilt. Das TFS kommentiert und ergänzt bei Bedarf die fachliche Korrektheit und die Verständlichkeit der durch Fachorganisationen erstellten Antworten. Das TFS versteht sich als eine Informationsplattform. Die Antworten auf die gestellten Fragen widerspiegeln grundsätzlich die Auffassung der antwortenden Fachstellen auf dem Prinzip des momentanen Wissensstandes. Sobald der Fragesteller mit den schriftlichen Antworten zufrieden ist, wird letztere von den TFS-Mitgliedern verabschiedet und auf der Plattform www.technischesforum.ch im Dokument „ Technisches Forum Sicherheit: Fragen und Antworten“ veröffentlicht. (Bis heute wurden rund 120 Antworten auf über 350 Seiten erarbeitet).

 

Wertvolle Arbeit für eine sichere Entsorgung

Als Vertreter der Regionalkonferenz ZNO im TFS bin ich sehr beeindruckt auf welchem hohem  Niveau und mit welcher Gründlichkeit die  wissenschaftlichen und technischen Fragen bearbeitet, hinterfragt und danach beantwortet werden. Die Anliegen und Sorgen aus der Öffentlichkeit werden nicht unter den Tisch gewischt. Es zeigt sich auch hier, dass auf Seiten der Fachorganisationen ein immenser  Aufwand betrieben wird, um möglichst viele sicherheitsrelevante Aspekte einer Entsorgung des vorhandenen atomaren Abfalls abzuklären und transparent zu kommunizieren.

Markus Meyer

markus.meyer@bracherpartner.ch

Tief im Innern des Bergs

Die in den VERA-Regionalgruppen aktiven Mitglieder besuchten Anfang April das Grimselgebiet. Tief im Berg liessen sie sich Experimente der Nagra und ihrer Schwesterorganisationen im Felslabor zeigen. Daneben blieb noch Zeit für einen Besuch im winterlichen Grimselhospiz und einen Blick in die weltberühmte Kristallgrotte.

Früh starteten die Mitglieder der Regionalgruppen, um rechtzeitig an der Handeck anzukommen. Dort wurde der bequeme Car verlassen und eine Lastenseilbahn bestiegen, mit welcher es in die Gerstenegg ging. Dort traten die Besucher in den Berg, die nächste Station war die Kraftwerkszentrale, von wo aus nach einem kurzen Fussmarsch eine kleine Seilbahn hoch zum Grimselhospiz führte. Nachdem sich die Exponenten von VERA gestärkt hatten, ging es unter der kundigen Leitung der Kraftwerke Oberhasli – Führer Roland Künzler und Christine Anderegg zurück in den Berg.

 

Die Passstrasse ist noch verschneit - der Transport erfolgt über die Seilbahn

Die Passstrasse ist noch verschneit - der Transport erfolgt über die Seilbahn

 

Zuerst konnten die begeisterten Teilnehmer einen Blick auf einen unermesslichen Schatz werfen: die Kristallkluft Gerstenegg, die weltweit grösste ihrer Art. Rund 450 Meter unter der Erdoberfläche und einen Kilometer tief im Berg drin befindet sich – völlig unspektakulär – ein Rollladen. Als Roland Künzler diesen per Knopfdruck hochzog, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer allerdings begeistert: Sie erblickten ein Meer von Kristallen im Aaregranit. Diese glitzern und funkeln im Gestein, dass man fast den Eindruck hat, es bräuchte kein künstliches Licht. Nach einigen Erläuterungen zur Kluft, ihrer Entdeckung und ihrer Geschichte zog die rund 45-köpfige Gruppe weiter.

Nächste Station war das Felslabor der Nagra, wo die Gruppe vom Leiter Ingo Blechschmid empfangen wurde. Das Felslabor Grimsel liegt rund 1‘730 Meter über Meer im Granit-Gestein des Aaremassivs. Es wurde 1983 errichtet und in den Jahren 1995 / 1997 erweitert. Dort bieten sich ideale Rahmenbedingungen für Untersuchungen der Wirkungsweise nicht nur der geologischen, sondern auch der technischen Barrieren von geologischen Tiefenlagen. Dr. Blechschmid erläuterte uns einige der dort durchgeführten Projekte, welche teilweise mehrere Jahre dauern und einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt unserer Weitergabe des Entsorgungs-Knowhows an zukünftige Generationen bilden sollten.

 

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Nagra erklären die laufenden Versuche im Felslabor Grimsel

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Nagra erklären die laufenden Versuche im Felslabor Grimsel

 

Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit rege, ihre Fragen zu stellen. Viel zu kurz schien die Zeit, denn schon bald galt es, den Abstieg aus dem Grimselgebiet unter die Füsse zu nehmen oder mit der Seilbahn anzupacken.

Die Passstrasse ist noch verschneit - der Transport erfolgt über die Seilbahn

Die Mitglieder der Regionalgruppen lassen sich im Versuchsstollen informieren

 

Zum Schluss traf sich die Schar im Bären Guttannen, wo Forum VERA den äusserst interessanten, lehrreichen und eindrücklichen Tag an die KWO-Leute, insbesondere an unseren Besucherführer Roland Künzler, verdankten.

 

 

 

Veranstaltungen 2016

24.5.2016: Generalversammlung Forum VERA

Am 24. Mai findet um 18.00 Uhr die Generalversammlung des Forum VERA am gewohnten Ort, im Haus Appenzell an der Bahnhofstrasse 43, Zürich, statt.

Im Zentrum des Anlasses steht das Referat von Dr. Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie.

Der nach 15 Jahren im Amt scheidende BFE-Direktor wird einen Überblick über die energiepolitische Situation der Schweiz vermitteln und die Möglichkeiten einer künftigen umweltgerechteren Energieversorgung für unser Land beleuchten.

 

 

7.7.2016: Sommerveranstaltung Forum VERA

Wie machen es unsere nördlichen Nachbarn? Referat von Arthur Junkert, Bundesamt für Strahlenschutz.

Stein & Wein mit Weindegustation: Unkostenbeitrag CHF 20.-

Donnerstag, 7.7.2016, weitere Infos folgen.

 

 

4./5.11.2016: 20. Weiterbildungsseminar des Forum VERA

Energie – Kreisläufe – Nachhaltigkeit: Wie gehen wir mit den Abfällen aus der Energiegewinnung um?

Freitag, 4. und Samstag, 5. November 2016

Schloss Böttstein AG