Felsen

Newsletter Nr. 1/20

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Kurt Wyss

Vorsitzender Regionalgruppe AG/SO und Mitglied der Regionalkonferenz Jura Ost

info@forumvera.info

Vorwort

Das Auswahlverfahren für die Lagerung radioaktiver Abfälle wird nun sichtbar

Seit gut einem Jahr läuft die dritte Etappe des Standortauswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. Dabei werden die verbleibenden Gebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost weiter untersucht. In allen Regionen werden in den kommenden Jahren zur Erkundung des Untergrundes Tiefbohrungen durchgeführt.

Mit dem Auffahren der Bohrtürme wird die Suche nach einem Standort für die Lagerung der radioaktiven Abfälle in den Regionen nun sichtbar. Auch in unserem Gebiet Jura Ost wird demnächst mit der ersten Tiefenbohrung begonnen. Mit Fortschreiten des Prozesses kann man feststellen, dass das Interesse in der Bevölkerung an der Standortsuche zunimmt und eine gewisse Anspannung erkennbar ist. In diesem Umfeld bilden die Regionalkonferenzen und die regionale Partizipation eine wichtige Rolle. Betroffene Gemeinden, organisierte Interessensgruppen aber auch die Bevölkerung können ihre Anliegen einbringen.

Die Regionalkonferenz Jura Ost beschäftigt sich in der 3. Etappe unter andrem mit den Infrastrukturanlagen an der Erdoberfläche. Dabei wird auch die Frage diskutiert, an welchem Ort dereinst die Verpackungsanlage gebaut werden soll. Ist dies beim Standort des Tiefenlagers oder kommen weitere Möglichkeiten in Frage. Egal welche Varianten schlussendlich bewertet und verglichen werden, die Sicherheit muss immer oberstes Kriterium sein. Politisch motivierte Entscheidungen haben bei dieser wichtigen Umweltaufgabe nichts verloren. Daneben werden in den Fachgruppen auch Fragen der regionalen Entwicklung und der generellen Sicherheit erörtert und diskutiert.

Je näher ein Standortentscheid kommt, umso wichtiger ist die Information der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit der betroffenen Region. Auch die Regionalgruppe des Forum Vera wird versuchen ihren Teil zur Information für die interessierte Öffentlichkeit beizutragen. In diesem Jahr werden wir mit dem Besuch einer Tiefbohrung der Nagra im Frühjahr und mit der Diskussion der Imagefrage im Herbst interessante Punkte ins Programm aufnehmen.


Kurt Wyss
Vorsitzender der Regionalgruppe AG/SO

Rückblick

Transport von radioaktiven Abfällen – Besuch im ZWILAG (Zwischenlager) in Würenlingen

Das Forum VERA besuchte mit dreissig Mitgliedern und Gästen anfangs November 2019 das ZWILAG in Würenlingen. Im Fokus stand der Transport von radioaktiven Abfällen auf der Strasse. In einem ersten allgemeinen Teil wurden die Besucher durch Patrick Zimmermann, Raffael Spuler und Andreas Wegmüller über das ZWILAG informiert. 2001 nahm das ZWILAG den Betrieb auf. Dem Lager werden alle Kategorien von Abfällen aus dem Betrieb von Kernkraftwerken zugeführt. Schwachradioaktives Material wird wenn möglich dekontaminiert, das übrige Material wird durch Verbrennung und Einschmelzung im Plasmaofen konditioniert. Das hochradioaktive Material wird in Transportbehältern in einer Halle während rund 40 Jahren gelagert. Die Wärme klingt in dieser Zeit ab, bevor die Behälter dann in ein Tiefenlager gebracht werden können. Sie werden laufend überwacht und kontrolliert. Die Resultate werden akribisch festgehalten.

Der zweite Teil war dem Transport von radioaktiven Abfällen auf der Strasse gewidmet. Nach einer kurzen theoretischen Einführung konnten die Besucher ein beeindruckendes Transportfahrzeug mit einem Behälter für hochradioaktive Abfälle im Hof bestaunen. Das Fahrzeug wies elf Achsen auf. Mit den Zug- und Stossfahrzeugen kann ein solcher Konvoi zwischen 200 – 230 Tonnen wiegen. Radioaktives Material wird wie anderes Gefahrengut behandelt und ist sehr streng reglementiert und beaufsichtigt. Die Güter werden umfassend dokumentiert. Neben dem Bundesamt für Energie (BFE) und dem IAEA (Internationale Atomenergiebehörde) sind weitere rund 10 Fach- und Amtsstellen involviert. Die Anforderungen an diese Behälter sind sehr gross und werden vor ihren Einsätzen längere Zeit überprüft und getestet. Die Transportbehälter für hochradioaktive Abfälle schützen Menschen und Umwelt vor Strahlungen auch bei schweren Einwirkungen (z.B. Unfällen) von aussen. Die Behälter bieten für 60 – 70 abgebrannte Brennstäbe Platz. Das Gewichtsverhältnis Brennelemente und Lagerbehälter liegen bei etwa 1 zu 9. Die Kosten dieser Behälter belaufen sich auf 3 – 5 Mio. Franken.

In der Kantine vom Paul Scherrer Institut, klang der Abend mit Informationen über den Stand im Sachplanverfahren und bei angeregten Gesprächen mit allen Beteiligten aus. Der kleine Imbiss mit regionalen Produkten aus der Kantine „Oase“ wurde sehr geschätzt. 

Marlène Koller

Vorsitzende Fachgruppe Sicherheit der Regionalkonferenz Jura Ost und Mitglied des Vorstandes der Regionalgruppe AG/SO

info@forumvera.info

Regionalkonferenz Jura Ost

Aus der Fachgruppe Sicherheit

 

Das vergangene Jahr war ein eher ruhiges. Die Fachgruppe Sicherheit konnte die Bohrstelle in Bülach besichtigen. Ausserdem gab sie gemäss Auftrag des BFE ihren Input zur provisorischen Stellungnahme der Fachgruppe (FG) Oberflächeninfrastruktur (OFI) ab. Die Regionalkonferenzen erstellen im Jahr 2020 eine provisorische Stellungnahme zu den von der Nagra im Bericht NAB 19-08 beschriebenen Vorschlägen zur Konkretisierung der Oberflächeninfrastruktur. Die Erarbeitung der Stellungnahme liegt in der Verantwortung der FG OFI, während die Fachgruppen Regionale Entwicklung sowie Sicherheit ihre Inputs dazu abgeben.
 Alle drei noch verbliebenen Standortregionen konnten eine 4er-Delegation der FG Sicherheit bestimmen, welche vertiefte Einblicke in die Tiefbohrungen erhielten. Im letzten Sommer besuchten diese Delegationen den Bohrplatz Bülach, wo sie nicht nur von der Aussichtsplattform aus die Arbeiten beobachten konnten, sondern diese aus nächster Nähe verfolgen konnten. Zudem besuchten sie an einem Tag die Universität Bern. Dort erfuhren sie wie die Quartärkerne analysiert und die Porenwasser-Messungen der Tiefbohrungskerne durchgeführt werden. Zum Schluss waren alle bei der Nagra in Wettingen, wo ein Einblick in die Arbeitsweise und den Umgang mit den Ergebnissen gegeben wurde.
Diese Erkenntnisse fliessen von den Delegierten zurück in die Fachgruppen.

Ausblick

Besuch Bohranlage NAGRA im Gebiet Bözberg

Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder spannende Veranstaltungen für Sie bereitzuhalten.

Für den Frühjahres-Anlass planen wir den Besuch der Nagra Bohrstelle auf dem Bözberg

Aufgrund der Situation rund um das CORNA-Virus ist die Durchführung noch etwas unsicher.

Trotzdem reservieren Sie in Ihrer Agenda:

Sa, 20. Juni 2020, 10.00 Uhr (max. 25 Personen)

Die Einladung dazu folgt rechtzeitig.

 

Jurapark Aargau und ein Tiefenlager im Gebiet Bözberg?

Der Herbstanlass wird am 05. November 2020 um 17.30 beim Weingut Hartmann in Remigen stattfinden. Der Präsident, Thomas Vetter, stellt den Jurapark vor und im Anschluss Bruno Hartmeier seinen Betrieb und er äussert sich als Bewirtschafter über das geplante Tiefenlager im Bözberg.

Bitte reservieren Sie sich das Datum auch, hier folgen die Details sowie die Einladung dazu später.