Felsen

Newsletter Nr. 1/19

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Kurt Wyss

Vorsitzender Regionalgruppe AG/SO

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Vorwort

Bundesratsentscheid zu Etappe 2 und Start zur Schlussetappe

Was ist bisher gelaufen

2008 verabschiedete der Bundesrat den Konzeptteil „Sachplan geologische Tiefenlager“. Darin ist das Vorgehen für die Standortsuche für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive sowie hochaktive Abfälle in drei Etappen festgelegt. Das Standortwahlverfahren ist unter der Leitung des Bundes. Ausgehend vom geologischen Kenntnisstand schlug die Nagra in der ersten Etappe die sechs potenziellen Standortgebiete Jura Ost, Jura-Südfuss, Nördlich Lägern, Südranden, Wellenberg und Zürich Nordost vor.

Im Dezember 2011 hat der Bundesrat diese Auswahl bestätigt und damit die 1. Etappe des Auswahlverfahrens abgeschlossen. In der 2. Etappe ging es darum, die vorgeschlagenen sechs Standortgebiete vertiefter zu untersuchen, untereinander zu vergleichen und nach Möglichkeit zu reduzieren.

Im Januar 2015 hat die Nagra die Gebiete Jura Ost und Zürich Nordost für weitere Untersuchungen in Etappe 3 vorgeschlagen. Aufgrund sicherheitsmässiger Überlegungen haben das Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und die Kantone vorgeschlagen, neben Jura Ost und Zürich Nordost auch das Gebiet Nördlich Lägern weiter zu untersuchen.

Vom November 2017 bis März 2018 lagen im Rahmen einer öffentlichen Vernehmlassung alle Unterlagen und Berichte zur 2. Etappe auf. Jedermann im In- und Ausland konnte sich dazu äussern. Auch unsere Regionalgruppe hat eine Stellungnahme eingereicht und nochmals betont, dass die Sicherheit oberstes Kriterium bei der Standortwahl sein muss. 

  

Der Bundesrat startet die 3. Etappe des Sachplanverfahren

Am 21. November 2018 hat der Bundesrat die Etappe 2 abgeschlossen und entschieden, dass die Gebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost in der 3. Etappe weiter zu untersuchen sind. 

Mit dem Start der 3. Etappe wurden die Regionalkonferenzen neu als Vereine organisiert.

Am 13. Dezember 2018 haben die Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost den Statuten des Vereins zugestimmt. Verschiedene Exponenten des Forum VERA arbeiten in der Regionalkonferenz mit und werden sich auch weiterhin sachlich und kritisch in den Prozess einbringen.

Für die kommende weitere Konkretisierung der Projekte ist die Zusammenarbeit mit den Regionen und Standortkantonen von grosser Bedeutung. Dabei ist der Dialog mit der Bevölkerung und den Gemeinden zentral.

 

Wie weiter bis zum Standortentscheid

In der 3. Etappe werden die drei verbleibenden Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost mit verschieden Tiefbohrungen untersucht und verglichen. Basierend auf den Resultaten dieser Untersuchungen wird die Nagra in ungefähr vier Jahren bekannt geben, welcher Standort oder welche Standorte sich am besten für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle eignen. Nach den behördlichen Überprüfungen wird der Bundesrat in ungefähr 10 Jahren entscheiden, wo in der Schweiz Tiefenlager gebaut werden.

 

Verantwortung übernehmen

Für mich ist klar, eine Verweigerung des Dialoges bei der Suche nach geeigneten Lagerstätten bringt uns in dieser Umweltaufgabe nicht weiter. Wir Alle stehen in der Verantwortung, um die zum Teil schon vorhandenen und zukünftigen radioaktiven Abfälle sicher zu entsorgen.

 

Kurt Wyss

Präsident der Regionalgruppe AG/SO

Marlène Koller

Gemeindeammann Untersiggenthal und Vorsitzende der Fachgruppe Sicherheit der Regionalkonferenz Jura Ost

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Aufgaben der FG Sicherheit in der 3. Etappe

In den Regionalkonferenzen bestehen je drei ständige Fachgruppen (Fachgruppen «Oberflächeninfrastruktur» (FG OFI), «Regionale Entwicklung» (FG RE) und «Sicherheit» (FG Si)).

Mit dem Start der 3. Etappe im Sachplanverfahren bekamen die Fachgruppen neue Aufträge und Jahresziele. Ein wichtiger erster Schritt ist der Wissenstransfer für neue Fachgruppen-Mitglieder, insbesondere wenn sie vorher noch gar nicht in der Regionalkonferenz waren. Die Fachgruppen erarbeiten im Rahmen ihrer Aufgaben zuhanden des Vorstandes und der Vollversammlung Berichte und Stellungnahmen in  ihrem Fachbereich und tauschen sich untereinander aus.

Ein Schwerpunkt für die FG Sicherheit im Jahre 2019 sind die erdwissenschaftlichen Untersuchungen wie die Auswertung der 3-D-Seismik oder der Quartäruntersuchungen. Zudem laufen die ersten Tiefbohrungen. Eine Bohrstelle soll mit der ganzen Fachgruppe besucht werden. Maximal vier Vertreter der FG Sicherheit sollen sich zudem vertieft an drei Tagen vor Ort und im Labor informieren lassen über die Sondierbohrungen und deren Auswertungen und stellen den Wissenstransfer zu den restlichen Mitgliedern sicher.

Intensiver als in Etappe 2 werden ab diesem Jahr die Auseinandersetzung mit den sicherheitstechnisch relevanten Aspekten der Oberflächeninfrastruktur und die Zusammenarbeit mit der FG OFI sein.

Die Fachgruppen leisten eine intensive Arbeit zu Handen der Regionalkonferenz. Es sind alles Laien welche sich mit Unterstützung von Fachleuten vertieft in die Materie einarbeiten. Bei der FG Si ist das insbesondere die Geologie. Sie wird im weiteren Verfahren aber auch die Nachvollziehbarkeit der Standortwahl aus Sicht der Sicherheit im Rahmen der Erarbeitung der RK-Stellungnahme zu Etappe 3 bewerten wie sie es schon bei Etappe 2 getan hat.

 

Marlène Koller

Vorsitzende FG Sicherheit Jura Ost

Rückblick

Anlass Salzturm Zurzach und Vortrag zum Thema «Internationaler Vergleich bei der Entsorgung Radioaktiver Abfälle»

Im Rahmen ihrer zweiten Veranstaltung im 2018 besuchte die Regionalgruppe AG/SO einen Salzturm in Bad Zurzach. Der Präsident Kurt Wyss war erfreut ob der grossen Anzahl an Besucher, welche sich vom vielversprechenden Programm nach Zurzach locken liessen.

In einem ersten Teil berichtete der Erdwissenschaftler, Dr. Andreas Gautschi auf welchem Stand die Lagerung von schwach-, mittel- und hochradioaktivem Abfall im Ausland ist. Einige anschauliche Beispiele aus der Vergangenheit zeigten auf, dass nicht überall auf der Welt so sorgfältig mit dem Thema der Entsorgung radioaktiver Abfälle umgegangen wird wie heute bei uns. Gautschi führte danach aus, dass die verantwortungsvolle Endlagerung in den Tiefen der Erde zu erfolgen hat. Je nach Situation in den einzelnen Ländern werden dazu andere Gesteinsformationen untersucht. In der Schweiz setzt man auf den Opalinuston, der für den langfristigen Einschluss der gefährlichen Stoffe sehr geeignet ist. Was immer auch als geeignete Gesteinsformationen in Aussicht genommen wird: Sie darf nicht zerklüftet sein, weil sonst Wasser eindringen und nach einem Versagen der künstlichen Barrieren strahlendes Material an die Oberfläche tragen könnte. Während beim Opalinuston die seismischen Untersuchungen ein verlässliches Bild über die Zerklüftung geben, lässt sich das Kristallingestein nur mit Senkrecht- und Schrägbohrungen genauer untersuchen. Bei der Platzierung der Stollen im Untergrund muss man daher Klüften und Störzonen ausweichen. Weiter führte Gautschi aus, das für schwach- und mittelaktive Abfälle Endlager in verschiedenen Ländern wie Schweden, Finnland, Frankreich in Betrieb sind. Für hochaktive Abfälle sei aber noch kein Endlager in Betrieb, in der Planung ist man aber weit fortgeschritten.

Nach dem Vortrag von Dr. Andreas Gautschi durfte die Gruppe anschliessend noch einen restaurierten Salzbohtrum besichtigen. Herr Fredy Hidber informierte über die einstige Nutzung. Diese geht auf die Unabhängigkeit vom Ausland bei der Sodaproduktion zurück. Später entdeckte man bei Bohrungen auch die Zurzacher Thermalwässer, welche bis heute noch Bestand haben. Beim anschliessenden Apéro konnte noch angeregt diskutiert und die eine oder andere Information bei den Referenten abgeholt werden.

 

 
 

Ausblick

Besichtigung Thermalbad Schinznach

Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder spannende Veranstaltungen für Sie bereitzuhalten. Tragen Sie sich bereits jetzt folgenden Termin in Ihre Agenda ein:

27. Juni 2019, 18 Uhr – «Blick hinter die Kulissen des Thermalbad Schinznach»

Die Einladung dazu folgt rechtzeitig.