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Newsletter Nr. 1/17

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Gabriela Winkler

Fachgruppe Sicherheit

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Editorial

Anzeichen, dass Nördlich Lägern nicht, wie von der Nagra vorgeschlagen, zurückgestellt werden würde, gab es in den letzten 11 Monaten einige. Einerseits waren es die 4 Studien, welche seitens des Ausschusses der Kantone auf Antrag der Arbeitsgruppe Sicherheit in Auftrag gegeben wurden, welche die Aussagen der Nagra in Zweifel zogen. Andererseits verlangte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) von der Nagra einen Ergänzungsbericht insbesondere zum Indikator «Tiefenlage im Hinblick auf bautechnische Machbarkeit».

Früher als erwartet traten das Bundesamt für Energie (BFE) und ENSI Mitte Dezember vor die Medien, um die Resultate der Begutachtung der Anträge der Nagra bekannt zu geben. Der vollständige Bericht wird wie früher angekündigt erst im April vorliegen. Damit ist es der Nagra zur Zeit noch nicht möglich, in den wissenschaftlichen Dialog zu treten.

Laut ENSI ist kein Gebiet zum gegenwärtigen Zeitpunkt den anderen vorzuziehen. Sicher ist damit, dass Nördlich Lägern weiter untersucht wird und erst, falls überhaupt, gegen Ende der
3. Etappe aus dem «Rennen» fallen wird. ENSI und Nagra stimmen überein, dass an allen drei Standorten ein sicheres geologisches Tiefenlager errichtet werden kann.

Die Regionalkonferenz Nördlich nimmt ihre Arbeit wieder auf. An der ersten Vollversammlung am 21. Januar werden die Mitglieder über die Erkenntnisse des ENSI informiert. Gefordert sind alle
3 Fachgruppen. Die Fachgruppe Sicherheit wird sich im Frühjahr mit dem ENSI-Gutachten auseinandersetzen und sich über die Stellungnahme der Kommission für die Nukleare Sicherheit und des Ausschusses der Kantone informieren. Die 
Fachgruppe SÖW wird sich im Rahmen der vertieften Untersuchungen (VU) mit der Vorstudie zu «Wohnstandort und Wirtschaft» befassen und sich mit den Resultaten der ersten Befragung der Gesellschaftsstudie beschäftigen. Bis Ende Jahr soll die Fachgruppe Oberflächenanlagen erste Ideen festhalten, wie mit einer Oberflächenanlage – unter der Gewährleistung der Sicherheit – für die Standortgemeinden und -regionen ein Nutzen oder Mehrwert geschaffen werden könnte.

Forum VERA setzt sich unverändert für eine technisch sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle ein. Wir werden auch dieses Jahr nutzen, um unseren Mitgliedern und weiteren Interessierten informative Veranstaltungen rund um diese wichtige Umweltschutzaufgabe zu bieten.

ENSI: Nördlich Lägern soll weiter untersucht werden

Das ENSI begrüsst die Vorgehensweise der Nagra bei der Überarbeitung der geomechanischen Grundlagen und Unterlagen im Rahmen der Nachforderung. Die Dokumentation der Nagra sei umfangreich und alle für den Vorschlag relevanten Themen seien  berücksichtigt und detailliert untersucht worden. Dennoch stützt das ENSI den Vorschlag der Nagra nicht, Nördlich Lägern zurückzustellen. Es beruft sich darauf, dass eindeutig weniger geeignete Standorte nur auf der Basis verifizierbarer Daten zurückgestellt werden sollen. Diese fehlen und sollen mit der laufenden 3-D-Seismik und Bohrungen im Jahre 2019, also zu Beginn der dritten Etappe des Sachplans erhoben werden.

Das ENSI wird nach Vorliegen der zukünftigen Untersuchungen in Etappe 3 die Standorte ergebnisoffen prüfen.

Im November hat die Nagra ihren Bericht zu weiteren Erschliessungsanlagen, welche für ein Tiefenlager nötig sind, vorgelegt. Über die Nebenzugangsanlagen findet kein Transport radioaktiver Materialien vorgesehen. Die Abluft und allfälliges Abwasser aus den kontrollierten Zonen eines geologischen Tiefen#lagers sollen grundsätzlich über den Haupt#zugang und nicht über die Nebenzugänge abgeleitet werden. Für die betroffenen Gemeinden sind jedoch raumplanerische Vorkehrungen nötig. Der technische Bericht NTB16-08 kann mit diesem Link http://www.nagra.ch/de/cat/publikationen/technischeberichte-ntbs/ntbs-2014-2015/downloadcenter.htm heruntergeladen werden

Einladung Besichtigung

Seismische Messungen – wie funktioniert das?

28. Januar 2017, 10.00 Uhr; Treffpunkt im Restaurant Bahnhof in Eglisau

mit Kaffee und Gipfeli, Anreise privat, Parkplätze sind auf dem Areal vorhanden. 

Programm

10.00          Empfang / Begrüssung

10.15          Allgemeine Information zur nuklearen Entsorgung

                   Wie funktionieren die seismischen Messungen?

                   Fragerunde

11.15          Abfahrt mit Kleinbussen ins Feld zu den Messungen

12.30          Kleiner Imbiss im Restaurant Bahnhof, Eglisau

Anmeldung an info@winklercom.ch bis zum 26. Januar 2017