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Newsletter 1/15

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Markus Meyer

Geschäftsführer Forum VERA
markus.meyer@bacherpartner.ch

Der Sachplan ist auf Kurs

Das Forum Vera begrüsst, dass ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle erreicht wurde. Die Umsetzung darf nicht unnötig verzögert werden, und Sicherheit hat höchste Priorität.

Wohin mit den radioaktiven Abfällen aus Energieproduktion, Medizin und Forschung? Diese Frage erfordert zeitnah eine Antwort.

Im Rahmen des gegenwärtig laufenden Sachplanverfahrens bestätigte das ENSI vergangenen Sommer, dass der Kenntnisstand ausreichend sei, um konkrete Vorschläge für mindestens zwei Standorte pro Lagertyp einzureichen.

Ohne die Vorschläge der NAGRA inhaltlich zu würdigen, nimmt das Forum VERA mit Befriedigung davon Kenntnis, dass damit ein weiterer, wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur sicheren und nachhaltigen Entsorgung der radioaktiven Abfälle in unserem Land erreicht ist.

Es wird nun am Bundesrat sein, die geleisteten Arbeiten zu prüfen und zu den Vorschlägen Stellung zu beziehen. Das Forum Vera wird den Prozess weiterhin eng begleiten und sich dafür einsetzen, dass in Interesse der zukünftigen Generationen eine möglichst sichere und verantwortungsvolle Entsorgung der radioaktiven Abfälle realisiert werden kann.

Forum VERA zählt rund 2500 Mitglieder aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft aber auch der Öffentlichkeit.

Harald Jenny

Mitglied Leitungsteam SR
(bis 31.12.2014)
Fachberater FG SÖW ZNO
harald.jenny@sicoa.ch

 

Die Regionalkonferenz im Jahr 2015

Die Richtung, in welche die Würfel fallen könnten, ist bekannt! Und das Team ForumVERA Nordostschweiz ist ganz unterschiedlich betroffen. Südranden ─ aus dem Rennen? Zürich Nordost ─ in Pole Position? Die Überprüfung der NAGRA Vorschläge durch das ENSI in den kommenden Monaten wird für den Bundesratsentscheid im Jahr 2017 von grosser Bedeutung sein (hj).

 

DES EINEN FREUD – DES ANDERN LEID

Die Katze ist aus dem Sack – und alle sind überrascht! Wenn es nach dem Vorschlag der NAGRA geht, dann ändert die Betroffenheit der Region Nordostschweiz schlagartig. Die Bewohner des Klettgaus und Neuhausens haben Glück – der Kelch scheint an ihnen vorbeizugehen.

Nicht so im Weinland. Hier hat die Betroffenheit über Nacht stark zugenommen. Man ist – viel schneller als erwartet – in die Endausmarchung geraten. Nur noch zwei Standorte für zwei Lagertypen. Das heisst im Klartext: Die Wahrscheinlichkeit, dass entweder das SMA oder das HAA oder beide in unsere Region kommen, hat deutlich zugenommen.

Wir wissen es alle: bis jetzt sind weder bei den 2D Messungen, noch bei den 3D Messungen, noch bei der Tiefenbohrung Befunde aufgetaucht, welche die Eignung des Opalinustons unter dem Weinland in Frage stellen würden. Niemand weiss, was die nun anstehenden weiteren Untersuchungen zu Tage fördern werden. Man darf gespannt sein.

Aber eines ist klar: die provisorischen Lagerperimeter geben Anlass zu Sorgenfalten. Sowohl deren Grösse wie Lage (unter Marthalen, unter Uhwiesen, sehr nahe am Rheinfall) sind in der Bevölkerung nicht einfach zu kommunizieren. Auch wenn zwischen der Oberfläche und den Lagerstollen mehrere hundert Meter dichtes Gestein liegen – die Vorstellung, über dem Abfall zu wohnen, ist nicht ganz einfach.

Umso wichtiger ist in den kommenden Monaten die fachlich fundierte Information. Sollte es tatsächlich das Weinland treffen – was wir alle nicht hoffen – so ist die Herausforderung, mit dieser Situation verantwortungsvoll umzugehen, enorm.

Mit diesem Newsletter verabschiede ich mich von der werten Leserschaft, um mich künftig als Fachberater voll der Unterstützung der Regionalkonferenz Zürich Nordost zu widmen. Mit einem herzlichen Dankeschön für das anhaltend grosse Interesse in den zurückliegenden Jahren, Ihr Harald Jenny

Harald Jenny

Mitglied Leitungsteam SR

(bis 31.12.2014)

Fachberater FG SÖW ZNO

harald.jenny@sicoa.ch

Matthias Knill

Mitglied Leitungsteam ZNO
matthias.knill@konsulenten.ch

Eine verpasste Chance

Mehrzweckgebäude in Rheinau, 14. März 2015.

Das Bundesamt für Energie hat zum Treffpunkt Tiefenlager geladen. BfE, Nagra, ENSI, die Regionalkonferenz, klar! und auch das Forum Vera stehen der Öffentlichkeit einmal mehr Rede und Antwort.

Mehrere Dutzend Personen aus der Region lassen sich zu den laufenden Arbeiten und zum Thema Tiefenlagerung informieren. Es gibt zahlreiche gute Gespräche, auch wenn viele der Anwesenden bereits bestens mit dem Thema vertraut sind.

Um die Mittagszeit fährt lautstark eine Handvoll Traktoren vor. Begleitet von einem guten Dutzend Personen mit Transparenten. Medial gut inszeniert. Die zahlreich anwesenden Journalisten verlassen im Laufschritt die Halle.

Die Anreise hat sich gelohnt, die News sind gemacht, die notwendigen Bilder wurden geschaffen. Kompliment, so macht man Kommunikation.

Die Demonstranten bleiben vor der Halle. „Wollt ihr Euch nicht informieren?“ fragen wir einen jungen Teilnehmer „Wir wissen, worum es geht – kein Bedarf“, wird geantwortet.

Schade, die Information und der Dialog erscheinen uns gerade bei einem generationsübergreifenden Thema wie der Entsorgung der radioaktiven Abfälle entscheidend, um eine angemessen Lösung zu finden. Die Abfälle sind leider vorhanden. Wir können uns dem Thema nicht verweigern.

Wir bleiben dran und setzen uns weiter für einen offenen und dialogorientierten Prozess ein. Vielleicht klappt es ja das nächste Mal mit einem Gespräch.

Dr. Arndt Hettig

arndt.hettig@sicoa.ch

 

Philion Gerät

Winteranlass: Radioaktivität im Experiment selber erleben

Gruppenanlass

 

Einführung in die experimentelle Arbeit mit Radioaktivität anhand des Philion- Experimentiersets ist ein neues Angebot von ForumVERA für die Mitglieder der Regionalkonferenzen.

Radioaktivität sieht man nicht, hört man nicht, riecht man nicht, spürt man nicht – und doch ist sie da und umgibt uns genauso wie die Luft, die wir einatmen.

Wie gross ist die von der Sonne zur Erde geschickte Radioaktivität? Die Teilnehmer des Ausbildungsmoduls haben sie gemessen. Wie gross ist die natürliche Radioaktivität der Erde im Vergleich zur Radioaktivität im Tiefenlager? Wichtige Antworten auf wichtige Fragen – einfach erklärt und sichtbar, hörbar, erlebbar gemacht.

Der Kurs wird den beiden Mitgliedern der beiden verbleibenden Regionalkonferenzen Zürich Nordost und Jura Ost kostenlos angeboten – mehr infos folgen.

Dr. Arndt Hettig

Bernhard Bühler, Neuhausen

Fachgruppe SÖW
b.buehler@shinternet.ch

Fachgruppe SÖW Südranden

Voreilige Kritik bringt uns alle nicht weiter

Verhindern bringt uns nicht weiter! Ich kann die Bedenken der direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürger gegen ein Atommüll-Endlager nachvollziehen. Kein Verständnis habe ich aber, wenn es nur darum geht, eine sichere Entsorgungslösung prinzipiell zu negieren und zu verhindern. Unser Schweizer Staatssystem hat bis anhin jede noch so grosse Aufgabe erfolgreich gemeistert – darauf, so meine ich, dürfen wir stolz sein. Die Entsorgung des Atommülls ist klar geregelt, und die Standortsuche läuft fair und transparent ab. Bei keiner anderen Abfallart wird die Entsorgung so gewissenhaft und gründlich geprüft und durchleuchtet. Ich habe Vertrauen in die Arbeit der für die Entsorgung des Atommülls zuständigen Fachleute und in die Aufsichtsbehörden, die das Verfahren kritisch begleiten. Der Vorschlag der Nagra, nur noch zwei Gebiete vertiefter zu untersuchen, hat ein grosses Echo ausgelöst. Voreilige und «gebetsmühlenartige» Kritik bringt uns aber nicht weiter. Zuerst müssen die Unterlagen überprüft werden, dann kann man urteilen. Durch Verweigerung betrügen wir uns selbst, denn der Atommüll ist da und muss sicher entsorgt werden. Als Schweizer Bürger bin ich zuversichtlich, dass wir diese Aufgabe gemeinsam lösen!

Harald Jenny

Fachberater FG SÖW ZNO
harald.jenny@sicoa.ch

Fachgruppe SÖW ZNO

In der Berichtsperiode wurde der „offizielle“ SÖW Bericht publiziert. Die Fachgruppe SÖW hatte im Vorfeld der Publikation detailliertes Feedback geliefert, das leider nicht aufgenommen wurde.

Entsprechend wurde der „offizielle“ SÖW Bericht als Grundlage für die Erarbeitung der Entwicklungsstrategien durch die Fachgruppe und die Leitungsgruppe zurückgewiesen.

In der Zwischenzeit fand eine Aussprache zwischen dem BFE und der Fachgruppe SÖW statt, in welcher die Anliegen der Region artikuliert und besprochen werden konnten. Es wird nun nach einer gemeinsamen Lösung gesucht, die es erlaubt, doch noch eine Beurteilung der sozioökonomischen ökologischen Wirkungen eines Tiefenlagers auf die Region zu erstellen, welche als Grundlage die Entwicklungsstrategien taugt.

In der weiteren Arbeit geht es insbesondere darum, die im Sachplan beschriebene Partizipation zu leben. Das bedeutet insbesondere,

  • „allfällige Konflikte rechtzeitig zu erkennen und partnerschaftlich zu lösen“
  • den „möglichst frühzeitigen Einbezug der betroffenen Organisationen“ sicherzustellen
  • „Zusammenarbeit von gleichwertigen Akteuren“ zu leben
  • „die jeweiligen Interessen und Positionen zu erfassen, zu dokumentieren und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen“
  • „die Prozessergebnisse objektiv, vollständig und als gemeinsame Leistung darzustellen“
  • „in den Berichten und in der Kommunikation nach aussen die wichtigsten Konsens- und Dissenspunkte auszuweisen“

 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig

Dieser Newsletter ist die neunte Ausgabe aus einer Reihe von Informationsdokumenten, mit denen das Forum Vera die regionale Partizipation kritisch und aktiv begleitet. Bitte teilen Sie uns Ihre Informationswünsche direkt unter folgender Adresse mit:

regionalgruppe-nordost@forumvera.ch

 

Unsubscribe

Sie möchten diesen Newsletter künftig nicht mehr erhalten? Dann senden Sie das Stichwort „Unsubscribe“ an folgende E-Mail Adresse:

regionalgruppe-nordost@forumvera.ch

Sommer-Exkursion 2015:
Rheinfall- und Weinlandgeologie

Auch 2015 führen wir unsere traditionelle Sommerexkursion durch.

In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit einem naheliegenden Thema – der Geologie des Zürcher Weinlands und dem Naturphänomen Rheinfall.

Weitere Informationen folgen.

Entstehung des Rheinfalls