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Newsletter Nordost 2-12 :: forumvera.info - ForumVERA

Regionale Partizipation kommt unterschiedlich schnell voran  

Die Regionalkonferenz Zürich Nordost ist gut gestartet und konstruktiv an der Arbeit. Die einzelnen Fachgruppen packen ihren Job und liefern bereits erste Resultate.

Die Regionalkonferenz Südranden ist am stottern. Grundsatzfragen zur Legitimation der Konferenz und zum Partizipationsprozess bremsen den Fortschritt. 

Die einzelnen Forum VERA Vertreter berichten in diesem Newsletter über ihre Arbeit in den Fachgruppen. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Anliegen direkt an eine dieser Personen.

Regional Konferenz Südranden

Regionalkonferenz Zürich Nordost

Regionalkonferenzen – Arbeitswerkzeuge des BFE für die regionale Partizipation oder Plattformen für das Lobbying einzelner Organisationen?

Die Mitglieder der Regionalgruppe informieren sich vor Ort über die laufenden Felduntersuchungen

Die Mitglieder der Regionalgruppe informieren sich vor Ort über die laufenden Felduntersuchungen

Blick in den Messwagen

Blick in den Messwagen

Der Projektleiter der Nagra, Philip Birkhäuser, erklärt den interessierten Besuchern das Prinzip der seismischen Messungen

Der Projektleiter der Nagra, Philip Birkhäuser, erklärt den interessierten Besuchern das Prinzip der seismischen Messungen

Die tonnenschweren Fahrzeuge regen den Boden mit Vibrationen an um die Strukturen im Untergrund sichtbar zu machen

Die tonnenschweren Fahrzeuge regen den Boden mit Vibrationen an um die Strukturen im Untergrund sichtbar zu machen

Mitglieder ForumVERA in der Regionalkonferenz Südranden

Fachgruppe Sicherheit:

Kurt Meyer, Neuhausen

kurt.meyer46@shinternet.ch

Kurt Meyer

Fachgruppe Oberflächenanlage:

Thomas Frey, Andelfingen

thomas.frey@frey-ag.ch

Thomas Frey

Fachgruppe SÖW:

Bernhard Bühler, Neuhausen

b.buehler@shinternet.ch

Bernhard Bühler

Mitglieder ForumVERA in der Regionalkonferenz Zürich Nordost

Fachgruppe Sicherheit:

Christian Mundt, Schaffhausen

christian.mundt@gmx.ch

Christian Mundt, Schaffhausen

Fachgruppe Oberflächenanlage:

Monika May, Kleinandelfingen

monika-may@bluewin.ch

Monika May, Kleinandelfingen

Marianne Frei, Schlatt

mariannafrei@bluewin.ch

Marianne Frei, Schlatt

Fachgruppe SÖW:

Walter Wipf Henggart

w.wipf@bluewin.ch

Walter Wipf Henggart

    

Ihre Meinung ist uns wichtig

Dieser Newsletter ist die zweite Ausgabe aus einer Reihe von Informationsdokumenten, mit denen das Forum Vera die regionale Partizipation kritisch und aktiv begleitet. Bitte teilen Sie uns Ihre Informationswünsche direkt unter folgender Adresse mit:


regionalgruppe-nordostschweiz@forumvera.ch

 

Unsubscribe

Sie möchten diesen Newsletter künftig nicht mehr erhalten? Dann senden Sie das Stichwort „Unsubscribe“ an folgende E-Mail Adresse:


regionalgruppe-nordostschweiz@forumvera.ch

 

Newsletter 2/12

Forum VERA – Regionalgruppe Nordostschweiz
Partizipieren statt Lamentieren!

Partizipieren statt Lamentieren!Kürzlich am Mittagstisch bei meinem Bruder. Es geht um das zur Zeit angespannte Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland. Fluglärm und Schwarzgeld belasten den freundnachbarschaftlichen Umgang. Da war doch noch eine dritte Konfliktlinie? "Das Lager für die radioaktiven Abfälle", wirft da mein 9-jähriger Göttibub ein. Völlig perplex frag ich ihn, was er denn dazu wisse. "Wir müssen irgendwo in der Schweiz ein sicheres Lager für die radioaktiven Abfälle machen und Deutschland will das nicht so nahe an der Grenze", doziert er selbstbewusst. In diesem Moment war ich mir sicher: Ja, die regionale Partizipation ist doch noch im Volke angekommen! Und das ist gut so. 

Diese regionale Partizipation ist nämlich ein wesentliches Element der 2. Etappe im Sachplanverfahren "Geologisches Tiefenlager". Durch diese regionale Partizipation soll einerseits das Problembewusstsein und das Verantwortungsgefühl breiter Kreise geweckt werden. Anderseits sollen die von einem möglichen Tiefenlager betroffenen Regionen ganz direkt in die Problemlösung miteinbezogen werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Menschen in diesen Regionen auch tatsächlich partizipieren, mitmachen, sich engagieren und sich interessieren. Nur lamentieren, nur Obstruktion betreiben, bringt dagegen weder den Menschen in den betroffenen Regionen etwas, noch lösen wir damit das Problem.

Unsere VERA-Mitglieder, die sich in den Regionalkonferenzen einbringen, arbeiten dort konstruktiv, sachlich und engagiert mit, im Interesse unserer Region. Ich hoffe, sie lassen sich nicht entmutigen durch die ewigen Nörgler und Stänkerer, die gar keine Lösung wollen, damit sie ihr eigenes, politisches Süppchen weiterköcheln können. Notabene auf dem Rücken der Menschen in unserer Region! Nur mit partizipieren statt lamentieren finden wir nämlich die beste Lösung für die Schweiz und die beste Lösung für die durch das Tiefenlager betroffene Region. Wo immer auch dieses Tiefenlager letztlich gebaut wird. 

Christian Heydecker, Vizepräsident Forum VERA

Beim Erdhorchen zugeschaut: Winterveranstaltung der Regionalgruppen vom 24. Februar 2012

"Mit den ergänzenden seismischen Untersuchungen gewinnen wir wertvolle Informationen über den Untergrund des Schweizer Mittellandes", erklärt Philip Birkhäuser, Projektleiter der Nagra. Die zusätzlichen  Messungen in diesem Winter dienen  einer vertieften Untersuchung der Geologie und der Beurteilung der Entwicklung des Untergrundes über längere Zeiträume aber auch der Vorbereitung für detailliertere, dreidimensionale Messungen in einem späteren Zeitpunkt.

Seit mehreren Wochen bewegt sich ein Trupp von rund 100 Personen und mehreren gewichtigen Fahrzeugen durch das Schweizer Mittelland. Die Experten der DMT sind von der Nagra beauftragt, geophysikalische Messungen in den potenziellen Standortgebieten auszuführen.

"In der Schweiz gibt es kein Unternehmen, welches diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen könnte. Die Mannschaft des Deutschen Unternehmens DMT beschäftigt sich täglich mit seismischen Messungen - meist im Zusammenhang mit Erdöl- und Erdgasvorkommen. Unlängst hat das gleiche Team in St. Gallen aber auch Untersuchungen für ein Geothermieprojekt ausgeführt", so Philip Birkhäuser weiter.

Vergleichbar mit dem Echolot in der Schifffahrt bilden die seismischen Wellen die Gesteinsschichten im Untergrund ab. Diese Wellen brechen sich an den Gesteinsgrenzen und werden dort reflektiert. Aufgrund der gemessenen Signale an der Erdoberfläche lassen sich die Strukturen im Untergrund abbilden. Im Messwagen wird die Datenqualität noch während dem Messvorgang überprüft.

25 interessierte Mitglieder der Regionalgruppen des Forums Vera  liessen sich am 24. Februar 2012 über die Methode der Seismik informieren. Der Feldbesuch zeigte auf, welcher Aufwand notwendig ist, um wissenschaftlich belastbare und vergleichbare Aussagen über die Geologie in einem möglichen Standortgebiet machen zu können.

"An dieser Stelle vibrieren wir nur mit 40% und nur einem Fahrzeug. Im Untergrund befindet sich eine Wasserleitung. Schäden durch die Wellen müssen wir auf jeden Fall vermeiden", erklärt uns der Projektleiter. Die seismischen Wellen werden mit tonnenschweren Fahrzeugen oder kleineren Sprengungen angeregt. Die Messung erfolgt mit empfindlichen Messsonden, den Geophonen. Diese werden über weite Strecken ausgelegt und mit kilometerlangen Kabeln verbunden - dies alles erfordert eine sorgfältige Planung und Ausführung. 

Matthias Knill

Berichte aus den Fachgruppen, Südranden

  • Sicherheit: Kurt Meyer

"Persönlich habe ich den Eindruck, dass auf Druck des Präsidenten der Regionalkonferenz Südranden, alle Aktivitäten verlangsamt und gebremst werden, wenn nicht sogar verunmöglicht! Ebenso bin ich der Meinung, dass der Präsident, Herr Dr. Stephan Rawyler, zuwenig neutral ist, weil er politische Interessen in den Vordergrund stellt. Er ist zudem im Vorstand von KLAR Schaffhausen. Dies sind nur 2 starke Argumente, warum sich der Präsident nicht an die Vorgaben des BFE für die Phase 2 in den Abklärungen für ein Endlager halten will.

Es wird Angst verbreitet mit Kastortransporten etc., die für ein allfälliges Endlager im Gebiet Südranden für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gar nicht nötig sind." 

  • Oberflächenanlagen: Thomas Frey

Was sich in der Fachgruppensitzung vom 1. März 2012 bereits angedeutet hatte, nämlich die fragwürdigen Schlüsse aus dem kritischen Fragen-/Statementkatalog der „Word Cafés“ (Teilnehmer an diversen Tischen), mündete an der 3. Vollversammlung der Regionalkonferenz vom 18. April in einen doch überraschenden Antrag „Marschhalt“, welcher von unserer Vorsitzenden Regula Widmer kurzfristig am Versammlungsabend statutenwidrig eingebracht wurde. 

Beispiele des Fragenkatalog-Inhaltes vom 1. März: Warum nicht das ZWILAG für die nächsten hundert Jahre benützen? Fachliche Kompetenzen fehlen uns für Standortbeurteilung. Schacht oder Rampe ist nicht festgelegt. Wir dürfen nicht einen besten Standort aus unserer Sicht präsentieren.

Auch einen Einfluss dürfte der für ein Tiefenlager kritische Vortrag am selben Abend von Iwan Stössel (interkantonales Labor KTSH) gehabt haben.

Der Marschhalt-Antrag gründet auf folgenden Kritikpunkten: Zugangsbauwerke im Grundwasserschutzbereich Au; Im Entwurf Bewertungsraster des BFE/ARE fehlt das Kriterium Umwelt; Der NAGRA- Bericht NTB 12-07 ist bis am 16.4. noch nicht vorgelegen. Ohne „stabile Randbedingungen“ und unter diesem Zeitdruck können die Fachgruppen- Milizler die Aufgaben nicht erfüllen.

Meine Meinung: Alle noch so widerlegbaren Behauptungen (Der Vortrag vom 18.4.2012 von Prof. Dr. W. Wildi gehört unterschwellig auch in diese Kategorie.) werden bei der Vorsitzenden zum Anlass genommen, um die Arbeit zu verzögern und zu keinem Resultat zu kommen. Leider folgt ihr die Mehrheit der Fachgruppe bis jetzt meist ohne Kritik. 

  • SÖW: Bernhard Bühler

„Nach der Sitzung mit der FG Südranden und ZNO in Schaffhausen und der Ausbildungssitzung im AZA in Andelfingen werden durch ein externes Beratungsbüro für alle 6 Standortregionen die Grundlagendaten der SÖW erhoben. Ab Februar 2013 wird dann auf der Basis des durch die Fachgruppe Oberflächenanlagen definierten Standorts die Feinerarbeitung der SÖW gemacht. Parallel dazu werden die heutigen Entwicklungsstrategien für die Region Südranden zusammengetragen und auf den Einfluss eines Tiefenlagers hin untersucht. Dabei geht es darum, Gegenmassnahmen zu identifizieren, die im Falle eines Lagers negative Aspekte kompensieren können. Für diesen anspruchsvollen Prozess wird ein Prozessbegleiter gesucht.“

Berichte aus den Fachgruppen, Zürich Nordost

  • Sicherheit: Christian Mundt

„Die Fachgruppe Sicherheit hat sich Mitte Februar zu ihrer ersten Sitzung getroffen. An dieser mit der Fachgruppe Südranden zusammen abgehaltenen Sitzung wurden insbesondere organisatorische Fragen besprochen und die Fachgruppe konstituiert. Die wirkliche Arbeit – sofern es überhaupt Relevantes zu tun gibt – begann für uns am 10. April. Ich bleibe am Ball und werde in diesem eher grün eingefärbten Gremium die „Vernunftsflagge“ hochhalten.“

  • Oberflächenanlagen: Marianne Frei und Monika May

„Nach erfolgten drei Sitzungen der Fachgruppe Oberflächenanlagen erstaunt es uns, dass zu jeder Sitzung neue Mitglieder dazukommen, was eine effektive Zusammenarbeit eher hemmt. Erfreulich und entgegen den Erfahrungen in den Sitzungen der Regionalkonferenz Zürich  Nordost  ist der sachliche Umgangston unter den Mitgliedern. Die Grundsatzaufgabe der OFA wie wir sie verstehen, besteht darin, die vier vorgeschlagenen Standorte zu prüfen und gleichzeitig einen oder mehrere mögliche neue Standorte zu evaluieren und der Nagra vorzulegen. Einzelne Mitglieder sehen die Aufgabe der OFA anders, nämlich mit allen Mitteln eine Oberflächenanlage zu verhindern. Aus diesem Umstand und dem engen Zeitrahmen, erachten wir es als grösste Herausforderung der Fachgruppe OFA, zu einem konstruktiven und abschliessenden Arbeitsergebnis zu kommen.“

  • SÖW: Walter Wipf

„Nach der Sitzung mit der FG Südranden und ZNO in Schaffhausen und der Ausbildungssitzung im AZA in Andelfingen haben ich die Mitglieder der SÖW kennen gelernt und in Gruppenarbeiten Gespräche und Diskussionen geführt. Dabei stellte ich fest, dass die Spielregeln trotz verschiedener Meinungen gut angewendet werden, was mir sicherlich sehr wichtig erscheint. Das Ausbildungsmodul der FG SÖW mit den Themen: Entwicklungsstrategien, Beurteilungsmethodik, Themen und Indikatoren zeigen uns den Ablauf der Studie auf und helfen uns beim Ausarbeiten unseres Auftrages. Als Nicht-Fachmann bin ich gespannt auf die Zusammenarbeit mit den Fachberatern, welche uns unterstützen werden und was  schlussendlich in den Entwicklungsstrategien des Sachplanes einfliessen wird.“

GV Forum VERA

Datum: Donnerstag, 8. Mai 2012, 18.15 Uhr

Ort: Appenzellerhaus, Bahnhofstrasse 43, Zürich

Nach dem statutarischen Teil spricht zu uns Regierungsrat Markus Kägi, ZH, Präsident des „Ausschuss der Kantone“ zum Thema „Sachplan geologische Tiefenlager - Herausforderung für die Kantone!“

Sie sind herzlich eingeladen. Anmeldung unter info@forumvera.ch

Anfahrtsweg

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