Matthias Knill

Matthias Knill
Mitglied Leitungsteam ZNO

matthias.knill@konsulenten.ch

 

Die Regionalkonferenzen im Jahr 2014

2014 ist für die Regionalkonferenzen ein Zwischenjahr. Die Oberflächenstandorte sind bezeichnet, die Einengung der Standortgebiete durch die Nagra ist in Vorbereitung. Anfang 2015 werden wir wissen, ob der Südranden oder ZNO oder beide Gebiete weiter in der Evaluation verbleiben. Bis es so weit ist, werden insbesondere die Sozioökonomischen Aspekte überprüft und Sicherheitsfragen erörtert. Lesen Sie dazu mehr in diesem Newsletter. (hj)

 

Mitglieder ForumVERA in der Regionalkonferenz Südranden

 

Kurt Meyer

Fachgruppe Sicherheit:
Kurt Meyer, Neuhausen
kurt.meyer46@shinternet.ch

Thomas Frey

Fachgruppe Oberflächenanlage:
Thomas Frey, Andelfingen
thomas.frey@frey-ag.ch

Bühler

Fachgruppe SÖW:
Bernhard Bühler, Neuhausen
b.buehler@shinternet.ch

 

Mitglieder ForumVERA in der Regionalkonferenz Zürich Nordost

 
Fachgruppe Sicherheit: Christian Mundt, Schaffhausen
christian.mundt@gmx.ch

Mundt


Fachgruppe Oberflächenanlage: Monika May, Kleinandelfingen
monika-may@bluewin.ch

May


Marianne Frei, Schlatt
mariannafrei@bluewin.ch

Frei


Fachgruppe SÖW:
Walter Wipf
w.wipf@bluewin.ch

Wipf







 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig

Dieser Newsletter ist Teil einer Reihe von Informationsdokumenten, mit denen das Forum Vera die regionale Partizipation kritisch und aktiv begleitet. Bitte teilen Sie uns Ihre Informationswünsche direkt unter folgender Adresse mit:


regionalgruppe-nordostschweiz@forumvera.ch

Unsubscribe

Sie möchten diesen Newsletter künftig nicht mehr erhalten? Dann senden Sie das Stichwort „Unsubscribe“ an folgende E-Mail Adresse:


regionalgruppe-nordostschweiz@forumvera.ch

 

Newsletter 1/14

 

In extremen, aber realistischen Szenarien denken

Matthias Knill

Radioaktive Abfälle stellen uns vor grosse Herausforderungen. Sie bergen Risiken, welche es langfristig zu kontrollieren gilt. Dazu braucht es die notwendigen wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse, ausreichend Offenheit, Fairness und Transparenz aber auch einen gesunden Menschenverstand.

Unsere Regionalkonferenzen und insbesondere die etablierten Fachgruppen beschäftigen sich aktuell mit den verschiedenen Risiken beim Bau und Betrieb eines Tiefenlagers. Dazu entwickeln sie Szenarien. Dies ist richtig so.

Das undenkbare denkbar machen heisst jedoch nicht, surreale Szenarien zu entwickeln. Wenn beispielsweise als Ausgangslage angenommen wird, dass die bestehenden radioaktiven Abfälle vollständig pulverisiert und gleichmässig über das Zürcher Weinland verteilt werden, so wird die Methodik eindeutig überstrapaziert. Solche Annahmen sind Nonsens, nicht nur für Wissenschaftler.

In gleichem Masse vermessen und nicht zielführend wäre es, falls unsere einheimischen Bauern aufzeigen müssten, wie viele Weinländer Kinder innerhalb weniger Tage sterben, falls alles lokal produzierte Fleisch mit BSE verseucht ist und gleichmässig in unserer Region verteilt und konsumiert wird. Dies ist populistisch, undifferenziert und nicht zielführend.

Bilder bedeuten mehr als Worte. Es ist ein kommunikativer Trick, bewusst Schreckensbilder zu entwickeln, um Ideen, welche man kritisch oder negativ gegenüber steht, bewusst zu torpedieren. Dies funktioniert heute so bei den meisten politischen Vorlagen, Verkehrs- oder Infrastrukturprojekten, aber auch bei einem Tiefenlager. Szenarien können auch missbraucht werden, um bewusst reisserische und boulevardeske Katastrophenbilder zu schaffen. Dies gilt es kritisch zu hinterfragen.

Unser Denken in Szenarien muss schlussendlich dazu dienen, eine möglichst sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle zu gewährleisten. Risiken müssen minimiert werden. Dafür setzen wir uns im Forum Vera ein. Und deshalb legen wir auch Wert auf die Festlegung von extremen, aber realistischen Szenarien. 

 

 

Berichte aus den Fachgruppen, Südranden

Sicherheit: Kurt Meyer

In den vergangen Monaten ist der Prozess leider nicht vom Fleck gekommen. Nachdem auch das BfE eine Terminverlängerung für Phase 2 gemacht hat, befürchte ich, dass Vieles was schon erarbeitet wurde, wieder in Vergessenheit gerät, vor allem wenn immer wieder neue Mitglieder mit Wissensstand null dazu kommen. Das passt vor allem den Gegnern für ein Endlager ins Konzept. Sicher werden zwar in der Zwischenzeit neue technische Erkenntnisse dazu kommen. Diese werden aber so oder so immer in das laufende Verfahren eingebaut werden.

Oberflächenanlagen: Thomas Frey

Es ist nicht viel gelaufen in den vergangenen Wochen. Der gemeinsame Nenner, den die Fachgruppe gefunden hat, ist die des „am wenigsten ungeeigneten“ Standorts. Am 11. Juni findet wieder eine Sitzung statt, zusammen mit der SÖW (Teil 2). Der Event des BFE vom vergangenen Samstag im SIG Huus war sehr gut vorbereitet, aber sehr schwach frequentiert. Nagra, ENSI, BFE, Kanton Schaffhausen, Regionalkonferenz, Klar und ForumVERA waren alle mit einem Stand vertreten, aber es hatte praktisch keine Leute. Das Wetter war wohl fast zu gut, und ausserdem fanden diverse andere Anlässe statt. Das sagt mir unter anderem aber doch, dass der Querschnitt der Bevölkerung sich nicht so sehr um ein Tiefenlager kümmert. Die Regionalkonferenz scheint mir nicht ganz das Abbild der Meinungen in der Bevölkerung zu wiederspiegeln.

SÖW: Bernhard Bühler

Im Zentrum der Sitzung vom 26.März standen die Ergebnisse zu den Zusatzfragen aus der BFE-Tagung, welche am Samstag, 15. März in Würenlingen für alle Regionen stattfand und vom Gebiet Südranden von 6 Teilnehmern besucht wurde. Die Teilnehmenden rapportierten übereinstimmend, dass die vom BFE einberufene Tagung bestens organisiert war. Allerdings brachte der Anlass mit Blick auf die Beantwortung der Zusatzfragen nach Ansicht der Teilnehmer kaum neue Erkenntnisse. Als sehr interessant gewertet wurden dagegen die Ausführungen des Gemeindeammanns von Würenlingen, der die Stimmung der Ortsbevölkerung zum Bau und zur Akzeptanz des Zwischenlagers für radioaktive Abfälle grossmehrheitlich positiv bewertete.

Gastreferentin der Sitzung war anschliessend Frau Ursula Rütter, welche die Zwischenergebnisse ihrer Untersuchung der Zusatzfrage über die Auswirkungen von medienwirksamem Widerstand auf das Image und die Entwicklung der Region als Wirtschaftsstandort vorstellte. Das Image bildet nur einen von vielen Standortfaktoren für einen Wirtschaftsstandort. Frau Rütter meinte, dass ein Tiefenlager und medienwirksamer Widerstand zu einem negativen Image führen könne. Unter Hinweis auf die beobachtete gute wirtschaftliche Entwicklung in Würenlingen und Gorleben kam sie aber zu Schluss, dass es keine negativen Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort gibt bzw. geben werde. Falls an konkreten geologischen Tiefenlager-Standorten zwar medienwirksamer Widerstand aber keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen, müssen in der Bewertung die positiven Effekte von Abgeltungs - und allenfalls Kompensationszahlungen mit gewichtet werden. Im Fall von Gorleben oder der Region Aube könnte dies ein Grund für die beobachtete, positive Beschäftigungsentwicklung gewesen sein. In diesem Zusammenhang wurde auf die Präsentation des Gemeindeammanns Würenlingen hingewiesen. Im unteren Aaretal hat sich über die Jahre rund um die Kernforschung und Kernenergie ein Kompetenzzentrum entwickelt. Trägt dies dazu bei, dass das ZWILAG und der Wirtschaftsstandort als eine win-win Situation zu werten sind? - Die erwarteten gesellschaftlichen Wirkungen werden abschliessend noch im Rahmen der Gesellschaftsstudie weiter untersucht. 

Michael Isenring präsentierte abschliessend die Ergebnisse der Nagra zur Zusatzfrage über die zu erwartenden Verkehrsfrequenzen. Othmar Schwank meinte, dass es für eine konkrete Beurteilung der Wirkung auf die Verkehrsströme in diesem Projektstadium noch zu früh sei. Bei den Eisenbahntransporten dürften die Kapazitäten ausreichen. Z.B. klappte die Einlagerung des Aushubs von der Durchmesserlinie in der Deponie Wilchingen problemlos. Trotzdem beauftragt die FG SÖW die Leitung mit der NAGRA und dem Kanton abzuklären, ob die Wirkung auf den bestehenden Regionalverkehr und öV-Angebotsentwicklung /Fahrplan tatsächlich unkritisch sei. Im Weiteren erachtet die Fachgruppe den potenziellen Mehrverkehr auf der Strasse als erheblich. 

 

 

Berichte aus den Fachgruppen, Zürich Nordost

Sicherheit: Christian Mundt

Schon lange war es ein Anliegen der Fachgruppe Sicherheit, ein Verständnis für die mit einem Tiefenlager verbundenen Risiken zu entwickeln. Deshalb hat die Fachgruppe zu Handen des technischen Forums Sicherheit 10 Fragestellungen formuliert, die bewusst an die Grenzen des Vorstellbaren gehen. Das bedeutet nicht, dass sie je eintreten müssen. Die Fachgruppe Sicherheit hofft, dass basierend auf den entsprechenden Berechnungen die Wirksamkeit der diversen Schutzmassnahmen im Normalbetrieb bzw. im Ereignisfall zuverlässiger beurteilt werden kann.

Fragestellung 1:   Versagen der Abschirmung der OFA
Fragestellung 2:   Feuersbrunst in der OFA
Fragestellung 3:   Transportunfall
Fragestellung 4:   Geothermiebohrung ins Tiefenlager
Fragestellung 5:   Brand im Tiefenlager
Fragestellung 6:   Variation von Fragestellungen 4 und 5 für HAA, SMA und Kombilager
Fragestellung 7:   Verseuchung des Rheins
Fragestellung 8:   Erdbeben
Fragestellung 9:   Gletschererosion
Fragestellung 10: Grundwassereinbruch und Trinkwasserverseuchung

Oberflächenanlagen: Marianne Frei und Monika May

Anforderungen werden überprüft

Am 25. Januar 2014 genehmigte die Regionalkonferenz ZNO mit grosser Mehrheit den Zwischenbericht Evaluation Standorte Oberflächenanlagen. Im Bericht der Fachgruppe Oberflächenanlage wurden gegenüber dem BFE zahlreiche Rahmenbedingungen definiert. Die Nagra wurde beauftragt, diese Anforderungen in ihrer Planungsstudie einzubeziehen. Die Verantwortlichen der Nagra informierten an der Sitzung unserer Fachgruppe vom 24. April 2014 über die Planungsstudie. Die Oberflächenanlage bekommt nun konkrete Konturen.
Es ist die Aufgabe unserer Fachgruppe, in den kommenden Wochen zu prüfen, ob und wie die verschiedenen Vorgaben der Regionalkonferenz in der Planungsstudie eingeflossen sind.
Mit der Evaluation eines Standortes sind die Arbeiten also noch lange nicht abgeschlossen. Wir werden weiterhin gemeinsam mit den anderen involvierten Gruppen und Gremien daran arbeiten, eine möglichst sichere, verträgliche und angemessene Lösung für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle zu finden. Zum Nutzen unserer Gesellschaft aber auch unserer Region.

SÖW: Walter Wipf

Zur Zeit beschäftigt sich die Fachgruppe SÖW der ZNO zusammen mit dem Büro BHP (Brugger und Partner AG) mit der Zusatzfrage 10 über „Zukünftige Entwicklung der Region“, wobei Basisszenarien (mit und ohne Tiefenlager, Bau und Betrieb) erarbeitet werden. Die Umfeldfaktoren wie Industrie, Handel und Gewerbe, Wohnbevölkerung, Mobilität, Siedlungsentwicklung, Freizeit und Tourismus, Naturraum, Land- und Forstwirtschaft und Weinbau werden mit dem Ist-Zustand, einem Trendszenario und Extrem-Szenarien einbezogen, diskutiert, verglichen und schlussendlich in einem Bericht zusammen gefasst. Die Aufgabe ist mit Sitzungen, einem Ausbildungsseminar sowie mit einem Workshop verbunden. Sie ist daher für die Fachgruppenmitglieder sehr spannend, aber auch zeitaufwendig. 

 

 

 

 

 

 

 


 

Sommerexkursion ForumVERA

Freitag, 5. September 2014 (Start 12.00 Uhr)

Uran im Schwarzwald

Exkursion zur Uranmine Krunkelbach und
dem Radonbad Menzenschwand

Bitte Termin reservieren. Weitere Infos folgen.

 

uranometer

 

GV Forum VERA

• Donnerstag, 5. Juni 2014, 18 Uhr
• Appenzellerhaus, Bahnhofstrasse 43, Zürich

Nach dem statutarischen Teil sprechen zu uns Herr Stefan Jordi, BFE, und Herr Hanspeter Lienhard, Regionalkonferenz Nördlich Lägern, zum Thema

„Stand und Zukunft der regionalen Partizipation “

Sie sind herzlich eingeladen.

>> Weitere Informationen

 
webcontact-forumvera@itds.ch